Freistellungsbescheinigung 13b oder 48b? Der Unterschied erklärt
Eine „Freistellungsbescheinigung 13b“ gibt es streng genommen nicht: § 13b UStG kennt die Bescheinigung USt 1 TG, die Freistellung von der Bauabzugsteuer regelt § 48b EStG. Hier lesen Sie, wann welche Regel gilt — mit Praxisbeispielen.
Die beiden Paragrafen auf einen Blick
Wie die Freistellungsbescheinigung nach § 48b EStG beantragt, geprüft und verlängert wird, erklärt unser Guide zur Freistellungsbescheinigung für Bauleistungen. Die Tabelle zeigt zunächst, worin sich die beiden Regelungen unterscheiden.
| Kriterium | § 13b UStG (Reverse Charge) | § 48b EStG (Bauabzugsteuer) |
|---|---|---|
| Steuerart | Umsatzsteuer (USt) | Einkommen-/Körperschaftsteuer (ESt/KSt) |
| Wer schuldet die Steuer? | Leistungsempfänger (Forward Charge oder Reverse Charge) | Auftraggeber behält 15 % ein und führt sie ab |
| Prozentsatz | 19 % (volle USt) | 15 % (Bauabzug) |
| Befreiung möglich? | Nein — greift kraft Gesetzes, wenn der Leistungsempfänger selbst nachhaltig Bauleistungen erbringt (§ 13b Abs. 5 Satz 2 UStG) | Ja — durch Freistellungsbescheinigung |
| Bagatellgrenze | Keine | 5.000 € (brutto, voraussichtlich) pro Jahr und Nachunternehmer; 15.000 € bei ausschließlich steuerfreien Vermietungsumsätzen |
| Zweck | Verhinderung von USt-Ausfällen bei Bauleistungen | Sicherung der Einkommensteuer bei Bauleistungen |
Freistellungsbescheinigung 13b und 48b: die zwei Bescheinigungen im Vergleich
Wer nach der „Freistellungsbescheinigung 13b“ fragt, meint meist die Bescheinigung USt 1 TG. Sie ist keine Freistellung, sondern ein Nachweis. Die echte Freistellung gibt es nur nach § 48b EStG.
| Merkmal | „13b-Bescheinigung“ (USt 1 TG) | Freistellungsbescheinigung § 48b EStG |
|---|---|---|
| Was sie bewirkt | Weist nach, dass der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer schuldet | Befreit den Auftraggeber vom 15-%-Steuerabzug |
| Wer stellt sie aus? | Das für die Umsätze des Leistungsempfängers zuständige Finanzamt, auf Antrag oder von Amts wegen | Das Finanzamt des Leistenden (Nachunternehmers) auf dessen Antrag |
| Wer legt sie vor? | Der Auftraggeber (Leistungsempfänger) | Der Nachunternehmer (Leistender) |
| Gültigkeit | Befristet auf längstens drei Jahre | Befristet, längstens drei Jahre, oder auftragsbezogen |
Beide Bescheinigungen beruhen auf verschiedenen Gesetzen und werden getrennt erteilt; die eine ersetzt die andere nicht. Details zur USt 1 TG stehen weiter unten, zur Freistellung nach § 48b im Guide zur Freistellungsbescheinigung.
§ 13b UStG: Die Reverse-Charge-Regelung
§ 13b des Umsatzsteuergesetzes (UStG) regelt die Umkehr der Steuerschuld — sogenanntes Reverse Charge. Bei Bauleistungen an einen Unternehmer, der selbst nachhaltig Bauleistungen erbringt, wird die Umsatzsteuer nicht vom Leistenden, sondern vom Leistungsempfänger geschuldet (§ 13b Abs. 2 Nr. 4, Abs. 5 Satz 2 UStG).
Kernregel:
Wer als Unternehmer selbst nachhaltig Bauleistungen erbringt und Bauleistungen einkauft, muss die darauf entfallende Umsatzsteuer selbst anmelden und ans Finanzamt zahlen — nicht der Rechnungssteller. Die Rechnung wird netto ausgestellt.
Warum gibt es § 13b UStG?
Das Gesetz soll Umsatzsteuer-Karusselle verhindern — eine Betrugsmasche, bei der Scheinfirmen USt kassieren und verschwinden. Wenn der Leistungsempfänger die USt selbst schuldet, fällt der Anreiz für diesen Betrug weg.
Für wen gilt § 13b UStG?
§ 13b UStG gilt für Bauleistungen, wenn:
- Der Leistungsempfänger ein Unternehmer ist, der selbst nachhaltig Bauleistungen erbringt (§ 13b Abs. 5 Satz 2 UStG)
- Die Leistung eine Bauleistung im Sinne des § 48 EStG ist
- Der Leistungsempfänger im Inland ansässig ist oder die Leistung im Inland erbracht wird
Wichtig:
Für § 13b UStG gibt es keine Befreiung durch eine Freistellungsbescheinigung. Die Regelung greift kraft Gesetzes, wenn der Auftraggeber selbst nachhaltig Bauleistungen erbringt (§ 13b Abs. 5 Satz 2 UStG) — auch dann, wenn er Kleinunternehmer ist (§ 13b Abs. 5 Satz 9 UStG).
Die Bescheinigung nach § 13b UStG (Vordruck USt 1 TG)
Mit „Freistellungsbescheinigung § 13b“ oder „13b-Bescheinigung“ ist im Sprachgebrauch dieser Nachweis gemeint — eine Freistellung im Sinne von § 48b EStG ist er nicht.
Erbringt ein im Inland ansässiger Unternehmer eine Bauleistung im Inland, schuldet der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer nach § 13b Abs. 5 Satz 2 UStG, wenn er ein Unternehmer ist, der nachhaltig entsprechende Leistungen erbringt — also selbst Bauleistungen ausführt (BMF-Schreiben, Rn. 1). Davon ist auszugehen, wenn ihm das zuständige Finanzamt eine Bescheinigung darüber erteilt hat. Ist der leistende Unternehmer im Ausland ansässig, schuldet ein Leistungsempfänger, der Unternehmer oder juristische Person ist, die Steuer bereits nach § 13b Abs. 2 Nr. 1 in Verbindung mit Abs. 5 Satz 1 UStG — auf die Bescheinigung kommt es dann nicht an (§ 13b Abs. 2 Nr. 4 Satz 3 UStG: „Nummer 1 bleibt unberührt“). Der amtliche Vordruck dafür heißt „USt 1 TG – Nachweis der Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers bei Bau- und/oder Gebäudereinigungsleistungen“; das Muster hat das Bundesfinanzministerium zuletzt mit Schreiben vom 10. April 2026 bekannt gegeben.
- Wer stellt sie aus? Das Finanzamt, das für die Besteuerung der Umsätze des Leistungsempfängers zuständig ist — auf Antrag, wenn die Voraussetzungen vorliegen, oder von Amts wegen (BMF-Schreiben, Rn. 1 und 3).
- Wie lange gilt sie? Sie muss im Zeitpunkt der Ausführung des Umsatzes gültig sein und ist auf längstens drei Jahre befristet. Das Finanzamt kann sie nur mit Wirkung für die Zukunft widerrufen oder zurücknehmen; danach darf sie nicht mehr verwendet werden (§ 13b Abs. 5 Satz 2 UStG; BMF-Schreiben, Rn. 4).
- Was gilt ohne Vorlage? Hat das Finanzamt die Bescheinigung ausgestellt, schuldet der Leistungsempfänger die Steuer auch dann, wenn er sie dem leistenden Unternehmer nicht vorlegt (BMF-Schreiben, Rn. 5). Weitere Einzelheiten regelt Abschnitt 13b.3 des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses.
- Kleinunternehmer als Leistungsempfänger: Satz 2 gilt auch dann, wenn die entsprechenden Leistungen des Leistungsempfängers nach § 19 Abs. 1 oder 4 UStG steuerfrei sind (§ 13b Abs. 5 Satz 9 UStG).
Der Unterschied zur Freistellungsbescheinigung nach § 48b EStG: Die USt 1 TG ist keine Freistellung. Sie weist nach, dass der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer schuldet — und nicht der leistende Unternehmer. Die Freistellungsbescheinigung dagegen befreit den Auftraggeber vom Steuerabzug nach § 48 EStG. Beide Bescheinigungen beruhen auf verschiedenen Gesetzen und werden getrennt erteilt.
Quellen: § 13b Abs. 5 UStG (gesetze-im-internet.de); BMF-Schreiben vom 10. April 2026, GZ III C 3 - S 7279/00059/002/091, „Bescheinigung für Zwecke der Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers bei Bauleistungen und / oder Gebäudereinigungsleistungen (USt 1 TG)“. Abgerufen am 6. Oktober 2026.
§ 48b EStG: Die Bauabzugsteuer
§ 48b des Einkommensteuergesetzes (EStG) regelt den Steuerabzug bei Bauleistungen. Der Auftraggeber muss 15 % der Vergütung einbehalten und ans Finanzamt abführen — es sei denn, der Auftragnehmer hat eine gültige Freistellungsbescheinigung.
Kernregel:
Ohne Freistellungsbescheinigung: 15 % Einbehalt. Mit Freistellungsbescheinigung: volle Zahlung an den Auftragnehmer.
Warum gibt es § 48b EStG?
Die Bauabzugsteuer soll sicherstellen, dass auch ausländische Unternehmen und Scheinfirmen Steuern zahlen. Der Einbehalt an der Zahlungsquelle ist effektiver als eine spätere Steuererklärung.
Für wen gilt § 48b EStG?
§ 48b EStG gilt für Bauleistungen, wenn:
- Der Auftraggeber ein Unternehmer im Sinne des § 2 UStG oder eine juristische Person des öffentlichen Rechts ist (§ 48 Abs. 1 Satz 1 EStG)
- Die Bauleistung nicht für eine Wohnung eines Vermieters erbracht wird, der insgesamt höchstens zwei Wohnungen vermietet (§ 48 Abs. 1 Satz 2 EStG)
- Die Gegenleistung im Kalenderjahr voraussichtlich 5.000 € übersteigt — 15.000 €, wenn der Auftraggeber ausschließlich steuerfreie Vermietungsumsätze nach § 4 Nr. 12 Satz 1 UStG ausführt; maßgeblich ist das Entgelt zuzüglich Umsatzsteuer (§48 Abs. 2 und 3 EStG)
§ 48b EStG und Bauleistungen: Was fällt darunter?
Die Freistellung nach § 48b EStG spielt nur bei Bauleistungen eine Rolle. Das Gesetz definiert sie in § 48 Abs. 1 Satz 3 EStG: Bauleistungen sind alle Leistungen, die der Herstellung, Instandsetzung, Instandhaltung, Änderung oder Beseitigung von Bauwerken dienen. Ob der Steuerabzug greift, hängt an vier Fragen:
- Wer leistet? Jemand, der im Inland eine Bauleistung erbringt; als Leistender gilt auch, wer über eine Leistung abrechnet, ohne sie erbracht zu haben (§ 48 Abs. 1 Satz 1 und 4 EStG).
- An wen? An einen Unternehmer im Sinne des § 2 UStG oder an eine juristische Person des öffentlichen Rechts (§ 48 Abs. 1 Satz 1 EStG).
- Wie viel? Die Gegenleistung — Entgelt zuzüglich Umsatzsteuer — übersteigt im Kalenderjahr voraussichtlich 5.000 € bzw. 15.000 € nicht (§ 48 Abs. 2 und 3 EStG).
- Liegt eine Bescheinigung vor? Eine im Zeitpunkt der Gegenleistung gültige Freistellungsbescheinigung nach § 48b Abs. 1 Satz 1 EStG macht den Abzug entbehrlich (§ 48 Abs. 2 Satz 1 EStG).
Welche Gewerke und Arbeiten typischerweise Bauleistungen sind und welche nicht (etwa reine Planung oder Lieferung ohne Montage), zeigt der Artikel §48b EStG einfach erklärt; die Abgrenzung aus Bauherrensicht erklärt der Ratgeber zu Bauleistungen.
Wann brauche ich welche Bescheinigung?
Die Antwort hängt davon ab, in welcher Rolle Sie auftreten — und welche Steuerart betroffen ist:
Szenario 1: Sie sind Auftragnehmer (Sie erbringen Bauleistungen)
- § 48b EStG: Sie brauchen eine Freistellungsbescheinigung, damit Ihr Auftraggeber nichts einbehalten muss
- § 13b UStG: Für Sie als Auftragnehmer ändert sich nichts — die USt wird von Ihrem Auftraggeber geschuldet
Szenario 2: Sie sind Auftraggeber (Sie beauftragen Bauleistungen)
- § 48 EStG: Sie müssen 15 % einbehalten, wenn keine Freistellungsbescheinigung nach § 48b EStG vorliegt
- § 13b UStG: Sie müssen die USt selbst anmelden (Forward Charge nach § 13a UStG oder Reverse Charge — je nach Sachverhalt)
Praxisbeispiele
Beispiel 1: Hochbau — Bauunternehmen beauftragt Nachunternehmer
Ausgangslage: Generalunternehmer Müller GmbH beauftragt Elektro-Schmidt GmbH mit Elektroinstallationen für 50.000 € netto + 19 % USt = 59.500 € brutto.
- § 48b EStG: Müller GmbH prüft die Freistellungsbescheinigung von Schmidt. Wenn keine oder abgelaufen: Bemessungsgrundlage ist die Gegenleistung, also das Entgelt zuzüglich Umsatzsteuer (§48 Abs. 3 EStG) — 15 % von 59.500 € = 8.925 € Einbehalt. Das gilt auch hier, obwohl die Rechnung wegen §13b UStG netto gestellt wird. Auszahlung an Schmidt: 50.000 € − 8.925 € = 41.075 €.
- § 13b UStG: Müller GmbH schuldet die 9.500 € USt ans Finanzamt — unabhängig von der Freistellung.
Beispiel 2: Sanierung — Immobilienverwaltung beauftragt Maler
Ausgangslage: Blumenauer GmbH (Immobilienverwaltung) beauftragt Maler Lang GmbH für Renovierung mit 15.000 € netto.
- § 48b EStG: Freistellung vorhanden → volle Zahlung. Keine Freistellung → Bemessungsgrundlage ist das Entgelt zuzüglich Umsatzsteuer (§48 Abs. 3 EStG): 15 % von 17.850 € = 2.677,50 € Einbehalt.
- § 13b UStG: Greift nur, wenn die Blumenauer GmbH selbst nachhaltig Bauleistungen erbringt (§ 13b Abs. 5 Satz 2 UStG). Als reine Immobilienverwaltung tut sie das nicht — Maler Lang stellt die USt (2.850 €) dann regulär in Rechnung, unabhängig von § 48b.
Beispiel 3: Kleiner Auftrag unter 5.000 €
Ausgangslage: Bauunternehmen Becker OHG beauftragt Monteur Schulze für Kabelarbeiten mit 3.000 € netto.
- § 48b EStG: Bagatellgrenze greift — auch ohne Freistellung: kein Einbehalt.
- § 13b UStG: Gilt trotzdem — Becker OHG schuldet die USt (570 €).
Entscheidungshilfe: Welche Regelung gilt für meine Leistung?
§ 48b EStG — Bauabzugsteuer:
- Ist mein Auftraggeber ein Unternehmer im Sinne des § 2 UStG oder eine juristische Person des öffentlichen Rechts?
- Ist meine Leistung eine Bauleistung (Herstellung, Instandsetzung, Instandhaltung, Änderung, Beseitigung von Bauwerken)?
- Übersteigt die Gegenleistung (Entgelt zuzüglich Umsatzsteuer) bei diesem Auftraggeber im Kalenderjahr voraussichtlich 5.000 € — bzw. 15.000 €, wenn er ausschließlich steuerfreie Vermietungsumsätze nach § 4 Nr. 12 Satz 1 UStG ausführt?
- Habe ich eine gültige Freistellungsbescheinigung meines Finanzamts?
→ Wenn 1–3 ja und 4 nein: 15 % Einbehalt. Wenn 4 ja: kein Einbehalt. Ausnahme: Vermietet der Auftraggeber nicht mehr als zwei Wohnungen, entfällt der Abzug für Bauleistungen an diesen Wohnungen (§ 48 Abs. 1 Satz 2 EStG).
§ 13b UStG — Reverse Charge:
- Erbringe ich eine Bauleistung an einen anderen Unternehmer?
- Erbringt der Auftraggeber selbst nachhaltig Bauleistungen (§ 13b Abs. 5 Satz 2 UStG)?
- Liegt keine Kleinunternehmerregelung vor (§ 19 UStG)?
→ Wenn 1–3 ja: Reverse Charge — der Leistungsempfänger schuldet die USt. Bauabzugsteuer (§ 48 EStG) und Freistellungsbescheinigung bleiben davon unberührt.
Häufig gestellte Fragen
Welche Bauleistungen fallen unter § 48b EStG?
Paragraph 48b EStG regelt die Freistellung vom Steuerabzug, den § 48 EStG bei Bauleistungen anordnet. Bauleistungen sind nach § 48 Abs. 1 Satz 3 EStG alle Leistungen, die der Herstellung, Instandsetzung, Instandhaltung, Änderung oder Beseitigung von Bauwerken dienen. Der Abzug von 15 % der Gegenleistung trifft Leistungen an Unternehmer und an juristische Personen des öffentlichen Rechts; er entfällt bei gültiger Freistellungsbescheinigung oder wenn die Gegenleistung im Kalenderjahr voraussichtlich 5.000 € (15.000 € bei ausschließlich steuerfreien Vermietungsumsätzen) nicht übersteigt.
Können § 13b UStG und § 48b EStG gleichzeitig gelten?
Ja, beide Regelungen können gleichzeitig greifen. Wenn ein Bauunternehmen eine Bauleistung an ein anderes erbringt, kann sowohl Reverse Charge (USt) als auch Bauabzugsteuer (ESt) anfallen. Die Befreiung von der einen Regelung bedeutet nicht automatisch Befreiung von der anderen.
Was passiert wenn ich die Pflichten aus § 13b UStG missachte?
Bei Verstoß gegen § 13b UStG schulden Sie als Leistungsempfänger die Umsatzsteuer — auch wenn der Rechnungsbetrag bereits bezahlt wurde. Es drohen Nachzahlungen, Zinsen und ggf. Verspätungszuschläge. Die USt wird nicht über die Steuererklärung zurückgeholt, sondern ist endgültig verloren.
Kann ich mich gleichzeitig auf § 13b UStG und § 48b EStG berufen?
Die Regelungen sind unabhängig voneinander. Wenn Sie als Auftragnehmer § 48b EStG-Befreiung haben, heißt das nicht automatisch etwas für § 13b UStG. Für § 13b UStG gibt es keine Freistellungsbescheinigung — hier kommt es auf die Leistungsart und die Parteien an.
Was ist der Unterschied zwischen der Freistellungsbescheinigung nach §13b UStG und §48b EStG?
§48b EStG betrifft die Bauabzugssteuer (Einkommen-/Körperschaftsteuer): Die Bescheinigung befreit den Auftraggeber vom 15 %-Steuereinbehalt. §13b UStG betrifft die Umsatzsteuer (Reverse-Charge): Hier schuldet der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer. Beide sind unabhängig voneinander — eine §48b-Bescheinigung ersetzt nicht die §13b-Regelung.
Fazit
§ 13b UStG und § 48b EStG sind zwei grundlegend verschiedene Regelungen, die oft zusammen gelten:
- § 13b UStG: Gilt kraft Gesetzes, wenn der Leistungsempfänger selbst nachhaltig Bauleistungen erbringt — keine Befreiung möglich
- § 48b EStG: 15 % Einbehalt — aber Befreiung durch Freistellungsbescheinigung
- Beide gleichzeitig: Möglich und in der Praxis häufig — jede Regelung separat prüfen
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